Artikel im Schweizer Waffenmagazin, Visier
Nach einer Idee des Physikers Guido J. Wasser schmiedete ich ein Messer mit sehr aufwendigen Backen. Diese zeigen die Wappen der Schweiz und des roten Kreuzes. Die Klinge besteht aus tordierten Bahnen mit aufgesohlter Schneide aus Kugellagerstahl. Daraus entstand ein Artikel , der in der Januar-Ausgabe 2011 des “Schweizer Waffen Magazin” erschienen ist.
Das Heft ist ins “Visier” integriert und in der Schweiz seit dem 17. Dezember 2010 am Kiosk. In Deutschland erhalten es jedoch nur Abonnenten der Schützen-Zeitschrift “Visier”. Um den Artikel als PDF zu lesen, klicken Sie bitte einfach auf das Bild des Titelblattes, der Artikel öffnet sich dann in einem neuen Fenster.
Die Bilderserie zeigt den groben Ablauf der Herstellung eines Mosaikdamastes. Die beiden Stähle, die ich für die Backen wie auch für die Klinge verwendet habe, sind der 1.2842 (zeichnet dunkel) und der 75ni8 (zeichnet hell).
Mein Hauptanliegen bei diesem Projekt war es, ein klares, grobes Muster auf die Entfernung gesehen zu erreichen. Erst bei genauerem hinsehen ist die feine Maserung, der unterschiedlich geschmiedeten Damaste zu entdecken, die dann trotzdem passend ineinandergeifen. Das Anfangspaket wird aus den beiden verschieden, zeichnenden Stählen zusammengesetzt und im Schmiedefeuer auf Schweisstemperatur (ca.1100°C) gebracht.
Dann mit Hilfe eines Flußmittels (Borax) von Hand verschweißt. Das weitere ausrecken des Paketes erfolgt mit Hilfe einer Schmiedepresse. Durch das Spieskantschmieden , daß Paket wird um 45° gedreht , entsteht die erste Mustergestaltung des Stahles. Der gleiche Ablauf mit dem nächsten Paket, dass aber einen anderen Aufbau hat um den hellen Effekt zu erzielen. Nachdem beide Pakete verschweißt sind werden sie in vier Teile geschnitten, die Kontaktflächen sauber geschliffen und erneut im Schmiedefeuer verschweißt.
Dann ausrecken der Pakete bis auf 1,5×1,5x200cm.
Sauberschleifen der Kontaktflächen und zuschneiden auf die passende Länge. Zusammensetzen der einzellnen Stücke und wieder verschweißen. Jetzt wird das Paket wieder saubergschliffen mit unterschiedlichen Stählen eingerahmt und nochmal verschweißt. Dieser hier kurz zusammengefasste Arbeitsablauf erstreckt sich über mehrere Tage.
Die Kamera war eine Olympus E-3 mit den Objektiven 12-60 SWD und 50-200 SWD. Beide waren mit beschichteten Filtern von B+W versehen, um Qualm und brennenden Kohlenstoff abzuhalten. Kamera und Objektive sind halbwegs wasserfest, sodass Qualm nicht eindringen konnte. Die Gegenlichtblenden hatten einige Treffer, wo angeschmort wurde. Desgleichen der Reflektor, der bei Blitzaufhellung eingesetzt wurde.
Das wichtigste waren – neben der dichten Kamera – die “XS-PRO Digital”-Schutzfilter vor den Frontlinsen. Deren Lotuseffekt-Beschichtung schützt die Objektive sogar gegen brennende Pulverteilchen beim Schuss aus grosskalibrigen Waffen.
Die Bilder sind überwältigend. Besonders, wenn man sie formatfüllend ansieht. Mit welcher Kamera wurden sie gemacht? Gab es Beschädigungen durch Funkenflug, Hitze und Qualm?
Ich bin absoluter Laie was diese Metallverarbeitung angeht, aber dass was ich hier sehe, ist mehr als Handwerk, das ist state of the art.
In tiefer Bewunderung für Handwerk (Künstler) und Physiker,
Jutta Schönau
Bin durch den Artikel im SWM auf diese Seite gestossen und schon gespannt auf den 2. Teil.
Was da beim Schweizer Messer damasziert wird, hätte ich für unmöglich gehalten. Aber auch die Idee, einem Mosaik-Damast mit einer Schnedleiste aus Monostahl zu Top-Schneidefähigkeit zu verhelfen, ist handwerklich perfekt gelöst.
Für solche Qualität sind die Objekte noch recht günstig!